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Menschenrechtsorganisation prangert massenhafte Entlassungen in der Türkei an

23. Mai 2017

Viele Tausende Staatsbedienstete in der Türkei sind in den vergangenen Monaten aus ihren Jobs entlassen worden. Fachleute kritisieren das scharf. Sie sagen: Die Entlassungen verstoßen gegen die Menschenrechte.

Die Experten arbeiten bei Amnesty International. Die Organisation gibt es seit dem Jahr 1961. Sie setzt sich dafür ein, dass die Menschenrechte geachtet werden. Diese Rechte sollen für alle Menschen auf der Welt gelten und sollen sie schützen. In den Regeln steht zum Beispiel, dass jeder das Recht hat, in Frieden zu leben. Außerdem soll jeder frei seine Meinung sagen dürfen, ohne dafür Ärger zu bekommen. In der Menschenrechtserklärung steht auch, dass jeder das Recht hat, zu lernen oder eine gute Arbeit zu haben. Niemand darf ausgebeutet werden. Menschen sollen also einen Lohn bekommen, von dem sie leben können.

Diese Rechte sehen die Leute von Amnesty International in der Türkei missachtet. Sie sagen, das Land habe gegen sie verstoßen. Dabei geht es vor allem um Diskriminierung, aber auch das Recht, sich vor Gericht richtig verteidigen zu können. Das sei den Tausenden Entlassenen in der Türkei verweigert worden, beklagen die Experten. Es habe keine ordentlichen Gerichtsverfahren für die Betroffenen gegeben. Außerdem kritisieren die Leute von Amnesty International, dass die Entlassenen jetzt große Probleme hätten, den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu verdienen.

Rund Hunderttausend türkische Staatsdiener – darunter Polizisten, Lehrer, Mitglieder des Militärs und Ärzte – hatten in den vergangenen Monaten ihre Stellen verloren. Zuvor hatte es im Juli großen Wirbel gegeben. Einige Truppen der türkischen Armee hatten versucht, Präsident Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. Putschversuch wird das genannt. Danach ging dieser gegen Soldaten, Politiker, Staatsbeamte, Journalisten und Wissenschaftler vor. Es gab Verhaftungen und eben auch viele Entlassungen.

Doch die Kündigungen seien oftmals nicht persönlich begründet worden, sagen die Leute von Amnesty International. Stattdessen sollen sie willkürlich ausgesprochen worden sein oder politische Gründe haben. Denn die türkische Regierung wirft den entlassenen Menschen unter anderem vor, sie seien Anhänger des Predigers Fethullah Gülen. Der Mann ist ein Gegner und Kritiker von Recep Tayyip Erdogan. Fethullah Gülen lebt in den USA. Die türkische Regierung macht ihn für den versuchten Putsch im vergangenen Sommer verantwortlich.

Am Wochenende wurde Recep Tayyip Erdogan derweil wieder zum Vorsitzdenden seiner Partei gewählt. Das wurde erst durch eine Gesetzesänderung möglich, die er unlängst durchsetzen konnte.

(AfK)

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